WMP Corona-Newsletter | 22. März 2020

Wir möchten Sie gern in nächster Zeit über die Entwicklungen in der Corona-Krise mit Informationen auf dem Laufenden halten, die nützlich und vielleicht für Sie nicht immer offen zugänglich sind. Dazu nutzen wir unsere Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Medien. Die folgenden Informationen stammen entweder direkt aus staatlichen Quellen, supranationalen Institutionen (z.B. EU-KOM, ESM, EZB o.ä.) oder von seriösen ThinkTanks der politischen Beratung, sowie auch von direkten persönlichen Kontakten im politischen Netzwerk der WMP.

 

  1. Gesetzesänderungen im Schnellverfahren

Kurze Not-Sitzungswoche, schnelles Gesetzgebungsverfahren: Das Bundeskabinett will die Beschränkung der Kündigung von Mietverhältnissen zu Gunsten der Mieter ändern. Neben den Mietrechtsregelungen werden auch die Versammlungsmodalitäten für viele Rechtsformen, von der AG bis zum eingetragenen Verein, mit Ausnahmeregelungen versehen. Im  Darlehensrecht sind  weitreichende Anpassungen ebenso vorgesehen wie im Gesellschafts-, Genossenschafts-, Vereins-, Stiftungs- und Wohnungseigentumsrecht. Den Entwurf des Gesetzespakets finden Sie hier.

 

  1. DIHK: „Pleitewelle unvostellbaren Ausmaßes“

Die Bundesregierung plant in der Coronavirus-Krise Nachbesserungen bei Kredit-Sonderprogrammen für mittelständische und große Unternehmen. Demnach soll die staatliche Förderbank KfW bei Betriebsmittelkrediten statt wie bisher 80 Prozent nun 90 Prozent des Kreditrisikos übernehmen, wie aus Kreisen des Wirtschaftsministeriums zu erfahren war. Nicht genug, befindet der Deutsche Industrie- und Handelskammertag und warnt vor einer „Pleitewelle unvorstellbaren Ausmaßes“. DIHK-Präsident Eric Schweitzer sagte: „Deshalb wäre es in dieser Situation nur konsequent, wenn die Bundesregierung alle Hilfen jetzt mit einer Staatsgarantie von 100 Prozent absichert.“ Dann könnten die Banken vor Ort das Geld sofort und zinsgünstig weiterreichen.

 

  1. Branchen rüsten um

Einige Unternehmen begreifen die Krise auch als Chance, bzw. sie versuchen, ihre Verluste durch Umstrukturierungen und die Erschließung neuer Geschäftsfelder zu kompensieren. Eines von ihnen ist der Automobilzulieferer Prevent, der u.a. Sitzbezüge und Interieur für die deutschen Autobauer produziert. Da aber bei Daimler, VW, Opel, BMW etc. alles still steht, hat die Firma umgestellt und produziert nun für die Regierung von Bosnien und Herzegowina (BiH) Schutzkleidung. „Angesichts unserer vorhandenen Produktionskapazitäten, vorhandenem Personal und der geographischen Nähe zwischen BiH und Deutschland sind wir ebenso schnell und umfassend in der Lage, größere Mengen auch für den deutschen Markt zu produzieren“, heißt es in einem Schreiben von Prevent an einige Bundesminister und Ländervertretungen. Chapeau für so viel flexibles Unternehmertum.

Da will der weltweit größte Autobauer nicht nachstehen: VW-Chef Herbert Diess will die Produktionskapazität für Schutzmasken in China aufbauen, wo VW 100.000 Menschen beschäftigt und die Produktion langsam wieder hochfährt. Die Masken sollen dann nach Deutschland gebracht und den Gesundheitsbehörden zur Verfügung gestellt werden. Alles auf VW-Kosten.

 

  1. Wie retten wir die Wirtschaft? Ein europäischer Leitfaden

Das Gebot der Stunde müsse sein: „Was immer es auch kostet.“ Nur so können Leben erhalten und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft verringert werden, befindet der europäische Think Tank „Bruegel“ in einer umfassenden Analyse und gibt den EU-Finanzministern entsprechende Handlungsempfehlungen. Sie finden das spannende Papier hier.

 

  1. JP Morgan mit düsteren Prognosen für das 2. Quartal

JP Morgan Global Economics Research geht davon aus, dass die Weltwirtschaft im ersten Halbjahr einen beispiellosen Rückgang verzeichnen wird, da Eindämmungsmaßnahmen zu einem tiefen Zusammenbruch der Wirtschaftstätigkeit führen werde. Die US-Wirtschaft werde voraussichtlich im zweiten Quartal um 14 Prozent schrumpfen. Das BIP des Euroraums werde mit einem zweistelligen Rückgang von 15 Prozent und 22 Prozent im ersten und zweiten Quartal noch stärker zurückgehen, bevor es sich im dritten und vierten Quartal um 4,5 Prozent und 3,5 Prozent erholen werde. JP Morgan bietet außerdem interessante Zahlen, Daten und Fakten aus internationaler Perspektive. Hier abrufbar.

 

  1. Bifurkationen oder: Wie M. Horx die Welt nach Corona sieht

Die Welt as we know it löst sich gerade auf. Aber dahinter fügt sich eine neue Welt zusammen, deren Formung wir zumindest erahnen können, meint der Zukunftsforscher Matthias Horx und wagt einen Blick in den Herbst 2020. Hier entlang.