WMP Corona-Newsletter | 24. März 2020

Wir möchten Sie gern in nächster Zeit über die Entwicklungen in der Corona-Krise mit Informationen auf dem Laufenden halten, die nützlich und für Sie vielleicht nicht immer offen zugänglich sind. Dazu nutzen wir unsere Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Medien. Die folgenden Informationen stammen entweder direkt aus staatlichen Quellen, supranationalen Institutionen (z.B. EU-KOM, ESM, EZB o.ä.) oder von seriösen Thinktanks der politischen Beratung sowie auch von direkten persönlichen Kontakten im politischen Netzwerk der WMP.

 

  1. Bundesrat mit vollem Programm

Am Freitag beraten die Bundesländer im Bundesrat über die Gesetzespakete der Bundesregierung. Die 25 Tops: Corona, Corona, Corona – und Ausbau Kinderbetreuung, Bekämpfung Hasskriminalität, Grundrente, Düngeverordnung. Die volle Agenda der Länderkammer finden Sie hier.

 

  1. Sind Sie mit dem Corona-Virus infiziert?

Husten, Kopfschmerzen, Schnupfen, Fieber? Was eine ganz ordinäre Grippe sein kann, wird in diesen Tagen verständlicherweise besorgt hinterfragt. Corona-Tests sind mindestens so schwer zu bekommen wie Schutzmasken. Deshalb bietet die Berliner Charité eine Schnelltest-App an. Sie funktioniert. Die Handlungsempfehlung ist naturgemäß auf Berlin zugeschnitten. Dennoch kann man das Ergebnis nehmen und dann die jeweils örtliche „Behandlungskette“ in Hamburg, München, Frankfurt oder wo auch immer in Anspruch nehmen. Zur App geht es hier entlang.

 

  1. Markteinbruch in der Eurozone

Dem renommierten Marktforschungsinstitut IHS Markit zufolge sackte der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex für die Eurozone von Februar auf März um 20,2 Punkte ab auf 31,4 Zähler ein. In Deutschland sei die Dienstleisterstimmung auf ein Rekordtief eingebrochen. Der Indikator für die Industrie habe sich dagegen besser geschlagen, aber ebenfalls stark nachgegeben. Die Wirtschaftsleistung im März sei in einem Ausmaß eingebrochen, das noch weitaus größer sei als während des Höhepunkts der globalen Finanzkrise. Die Indikatoren von Markit gelten als solide Orientierungshilfe für das tatsächliche Wirtschaftswachstum. Die Markit-Analyse finden Sie hier.

 

  1. EU richtet „grüne Fahrspuren“ für Lieferverkehr ein

EU-Kommission hat verfügt, dass so genannte „grüne Fahrspuren“ an den innereuropäischen Grenzen zur Gewährleistung der Lieferketten und damit zur Verfügbarkeit von Waren und Dienstleistungen unverzüglich einzurichten sind. Das gelte für den Landverkehr (Straße und Schiene) wie für den Seeverkehr. Das Passieren der Grenzübergänge mit „grüner Fahrspur“, einschließlich aller Kontrollen und Gesundheitsuntersuchungen von Transportarbeitern, sollte nicht länger als 15 Minuten dauern. Die Mitgliedstaaten sollen unverzüglich alle Straßenzugangsbeschränkungen (Wochenend-Fahrverbote, Nachtfahrverbote, sektorale Verbote usw.) für den Straßengüterverkehr vorübergehend aussetzen und Transportarbeiter unabhängig von ihrer Nationalität und ihrem Wohnort die Binnengrenzen überschreiten dürfen.

 

  1. Traditionelle Medien siegen über Social Media

Knapp 1.400 deutsche Verbraucher ab 18 Jahren haben an einer repräsentativen YouGov-Umfrage zu den wichtigsten Nachrichtenquellen zum Coronavirus teilgenommen, über die das Medien-, Werbe-  und Marktmagazin „Horizont“ berichtet. So viel vorweg: Soziale Netzwerke, die ja angeblich für junge Leute inzwischen zur wichtigsten Nachrichtenquelle aufgestiegen sind, spielen kaum eine Rolle. Den Bericht finden Sie hier.

 

  1. Ein Dankeschön für die „Engel des Alltags“?

Nochmal zum Mitschreiben, weil es so gigantisch ist: Für 2020 rechnet der Bund nunmehr mit Ausgaben von 484,5 Milliarden Euro. Das sind 122,5 Milliarden Euro mehr als bisher geplant. 156 Milliarden Euro entfallen auf neue Kredite. Bei solchen Unsummen: Wie wäre es mit einer kleinen Sonderprämie für die „Engel des Alltags“ (eine schöne Idee von Linke-Chefin Katja Kipping). Mitarbeiter in Discountern und Supermärkten, Pflege- und Servicepersonal in den Kliniken und Praxen – kurz: für alle Menschen in schlecht bezahlten Jobs, die nun plötzlich „systemrelevant“ sind? Und wer ist auch hier wieder der erste? Genau: Markus Söder. Der bayerische Ministerpräsident twittert: „Freie Verpflegung für alle Mitarbeiter in Krankenhäusern, Kliniken, Alten-, Pflege- und Behinderteneinrichtungen. Bayern übernimmt ab 1. April die Kosten für Essen und Getränke während der Corona-Krise.“

 

  1. Lektüre in Zeiten der Krise

Zum Schluss noch zwei Lektüre-Empfehlungen:

  • Die erste ist ein Interview in der FAZ online: Eine junge, chinesisch-stämmige Ärztin, die in Deutschland arbeitet, wundert sich über die anfängliche Sorglosigkeit und Un-Ernsthaftigkeit der deutschen Politik und Gesellschaft. Außerdem mahnt sie, dass bisherige Daten keine garantierte Immunität gegen das Virus erkennen lassen. Eine Studie aus der chinesischen Provinz Guangdong zeige eine Rückfallquote von 14 Prozent, eine andere aus Wuhan gar 60 Prozent bei Patienten, die nach längerem Krankenhausaufenthalt und zweifacher PCR-Testung sowie CT-Kontrolle als „geheilt“ zunächst entlassen wurden.
  • Die zweite Empfehlung ist ein nachdenkliches Stück von Mathias Döpfner, CEO der Axel Springer SE. „Krisen bringen wie unter einem Brennglas Schwächen, aber auch Stärken einzelner Menschen und Systeme hervor“, schreibt er. „Sie sind ein Charaktertest. Eine große Chance für unsere Persönlichkeit. Jeder kann in der Krise scheitern – durch Resignation. Oder über sich hinauswachsen – durch Mut und Gemeinsinn.“