WMP Corona-Newsletter | 25. März 2020

Wir möchten Sie auch heute wieder über die Entwicklungen in der Corona-Krise mit Informationen auf dem Laufenden halten, die nützlich und vielleicht für Sie nicht immer offen zugänglich sind. Dazu nutzen wir unsere Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Medien. Die folgenden Informationen stammen entweder direkt aus staatlichen Quellen des Bundes und/oder der Länder, supranationalen Institutionen (z.B. EU-KOM, ESM, EZB o.ä.) oder von seriösen ThinkTanks der politischen Beratung, sowie auch von direkten persönlichen Kontakten im politischen, wissenschaftlichen und medialen Netzwerk der WMP.

 

  1. Fahrt auf Sicht – aber wie lange?

Bundestag und Bundesrat verabschieden in dieser Woche das größte Maßnahmenpaket in der Geschichte der Bundesrepublik. Aber: Es gibt keinen Fahrplan, keine Blaupause für den Weg aus der Coronakrise. Im Moment ist es Konsens, das öffentliche Leben, die Wirtschaft, die Politik auf ein Mindestmaß herunterzufahren. Aber wie lange noch? Eine ganz andere Diskussion setzt bereits ein und wird spätestens zu Ostern an Schärfe zunehmen: Wie lange wollen und können wir uns einen Shutdown leisten? Wann wird der volkswirtschaftliche Schaden untragbar und nicht mehr verhältnismäßig sein? Niemand hat eine Lösung, alle fahren auf Sicht, in Europa ist sich jeder selbst der nächste. Immerhin: Die Washington Post hat einige lobende Worte für das deutsche Krisenmanagement übrig.

 

  1. Ifo: Größter Einbruch seit der Wende

Alles noch viel schlimmer: Das Ifo-Geschäftsklima ist wegen der Corona-Krise in einem bisher beispiellosen Maß eingebrochen. Im März sei der Indexwert auf 86,1 Punkte gefallen, nach 96,0 Punkten im Monat zuvor, teilte das Ifo-Institut nach einer zweiten Veröffentlichung der Umfrageergebnisse unter rund 9000 Unternehmen mit. Dies sei der stärkste Rückgang des wichtigsten deutschen Konjunkturbarometers seit der deutschen Wiedervereinigung und der niedrigste Wert seit Juli 2009. „Die deutsche Wirtschaft steht unter Schock“, kommentierte Ifo-Präsident Clemens Fuest die Daten. Die ernüchternde Bestandsaufnahme finden Sie hier.  

 

  1. Fragen und Antworten von der Leibniz Gemeinschaft

Hörenswerte, weil sachlich fundierte Beiträge rund um die CORONA-Thematik bietet ein neues Podcast-Angebot der Leibniz Gemeinschaft. Unter dem Titel TONSPUR WISSEN beantwortet eine der größten deutschen Forschungsgemeinschaften Fragen, wie zum Beispiel: „Was kann man gegen Corona-Angst tun?“, „Wem gehören die Corona-Forschungsergebnisse?“ oder „Wie reagiert das Immunsystem auf das Coronavirus?“ Gesprächspartner in den jeweils rund 15-minütigen Folgen sind Spitzenwissenschaftler aus den 96 Forschungseinrichtungen der Leibniz Gemeinschaft. Zu den Podcasts geht’s hier entlang.

 

  1. Wann, wo und wie einen Hilfsantrag stellen?

Zuschüsse, Darlehen oder eine Ausweitung von Bürgschaften: Die Bundesländer ergänzen die geplanten Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung mit Regionalprogrammen. Wie funktioniert die Antragsstellung? Wo können Sie wann Ihren Antrag stellen? Eine gute Übersicht finden Sie hier. Und zum Kurzarbeitergeld hier. Einen sehr umfangreichen „WMP-Hilfskompass“ haben wir zusätzlich hier noch einmal für Sie bereitgestellt.

 

  1. Lazard schaut in die Zukunft

Allen, die ein bisschen tiefer in die weltweiten Auswirkungen, Lösungsansätze und Langzeitprognosen in Bezug auf die Coronakrise einsteigen wollen, seien die sehr umfangreichen Einschätzungen der europäischen/internationalen Analyse-Teams der Lazard-Bank zur Lektüre empfohlen. Lazard berät weltweit Staaten, Investoren, Geschäftsbanken, Versicherungen etc. Einen wirklich wirksamen Impfstoff gegen das Coronavisrus erwarten die Experten erst in 18+ Monaten. Die spannende Analyse finden Sie hier.

 

  1. EU-Ratssitzung: Merkel nimmt von zu Hause aus teil

Am morgigen Donnerstag findet eine Sitzung des Europäischen Rates, also der Staats- und Regierungschefs aller 27 EU Staaten statt. Sie wird per Video-Konferenz abgehalten und Kanzlerin Angela Merkel wird daran von zu Hause aus teilnehmen. Die 5 Tagesordnungspunkte finden Sie hier.

 

  1. Schwedens Sonderweg

Schweden hat einen sehr eigenen Weg gewählt, dem Coronavirus zu begegnen: Offene Schulen, offene Restaurants, offene Skilifte, Aprés Ski Partys bis 499 Personen. Man setzt auf die Selbstverantwortung der Bürger statt auf direkte Verbote, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Wenn das mal gut geht…