WMP Corona-Newsletter | 26. März 2020

Wir möchten Sie auch heute wieder über die Entwicklungen in der Corona-Krise mit Informationen auf dem Laufenden halten, die nützlich und für Sie vielleicht nicht immer offen zugänglich sind. Dazu nutzen wir unsere Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Medien. Die folgenden Informationen stammen entweder direkt aus staatlichen Quellen des Bundes oder der Länder, supranationalen Institutionen (z.B. EU-KOM, ESM, EZB o.ä.) oder von seriösen Thinktanks der politischen Beratung sowie auch von direkten persönlichen Kontakten im politischen, wissenschaftlichen und medialen Netzwerk der WMP.

 

  1. Ist der Preis zu hoch?

Nun ist es also geschnürt, das milliardenschwere staatliche Subventionspaket mit dem schönen Namen „Schutzschirm“. Der Bundesrat wird morgen seinen Stempel draufdrücken. Konsensuales Aufatmen mach sich breit. Zugleich aber wird die Frage nach dem Exit immer drängender gestellt. Nach der Abwägung zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und der bedingungslosen Rettung von Menschenleben. Die Frage, wie lange wir diesen Ausnahmezustand als Gesellschaft und Volkswirtschaft durchhalten können. Thomas Trappe hat sich dazu ein paar sehr kluge Gedanken gemacht. Er leitet beim Berliner „Tagesspiegel“ die Background-Redaktion „Gesundheit & E-Health“ und ist Co-Autor des Spiegel-Bestsellers „Die Reise unserer Gene“. Prädikat: Lesenswert! Genauso wie der Artikel „Geld oder Leben“ in der FAZ von Julia Löhr. Deutschland steht eine heikle Debatte bevor. 

 

  1. Erstattung der Steuer-Sondervorauszahlungen

Aus dem Bundesfinanzministerium ist die erfreuliche Nachricht zu vernehmen, dass in „begründeten Ausnahmefällen“ die bereits für 2020 geleisteten Umsatzsteuer-Sondervorauszahlungen in vollem Umfang erstattet werden können. Die Sondervorauszahlungen werden damit „auf null gestellt“! Einige Bundesländer – darunter Berlin – haben ihren Finanzämtern bereits entsprechende Weisungen erteilt. Begründete Ausnahmefälle sind in jedem Fall alle „von Schließung betroffene“ Unternehmen, aber auch zu erwartende erhebliche Umsatzeinbußen. Die meisten Steuerbehörden werden entsprechende Hinweise an ihre Mandanten geben und die Anträge auf den Weg bringen.

 

  1. Deutsche fürchten um ihre Jobs…

Mehr als jeder zweite Deutsche (55%) glaubt inzwischen nicht mehr daran, dass sich die Ausbreitung des Coronavirus durch Reisebeschränkungen und Selbstisolierungen verhindern lässt. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage des Hamburger Meinungsforschungsinstituts Ipsos. Der Umfrage zufolge macht sich auch die Angst um den Job breit: Am größten ist die Angst momentan in Vietnam (66%), dicht gefolgt von Italien (63%). Doch auch in Deutschland wird das Virus inzwischen von mehr als jedem zweiten Arbeitnehmer als potentielle Gefahr für die eigene berufliche Zukunft eingeschätzt. Die Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

 

  1. … und rechnen mit noch härteren Maßnahmen

Eine YouGov-Umfrage zeigt, dass fast zwei Drittel (64 Prozent) der Deutschen mit weiteren Einschränkungen der persönlichen Freiheit rechnen. Die Akzeptanz der Maßnahmen ist der Umfrage unter 2.042 Personen zwischen dem 23. und 25. März 2020 zufolge riesig: 88 Prozent der Befragten sind mit dem Maßnahmenkatalog einverstanden. Jeder Dritte (32 Prozent) wünscht sich sogar noch härtere Einschränkungen. Nur acht Prozent der Deutschen halten die Maßnahmen für überzogen.

 

  1. Bosch legt Schnelltest-Verfahren vor

Der Technologiekonzern Bosch hat nach eigenen Angaben einen Coronavirus-Schnelltest entwickelt. Das vollautomatische Verfahren zum Nachweis von Viren-Erbgut soll von der Entnahme der Probe bis zum Ergebnis weniger als zweieinhalb Stunden brauchen. Laut Bosch hat der neue Test eine „Genauigkeit von über 95 Prozent“. Mehr Informationen hier.

 

  1. EU verstärkt den Schutz vor feindlichen Übernahmen

Krisengeschüttelte Unternehmen regen den Übernahme-Appetit an, vor allem bei ausländischen Investoren. Aber es soll auch in Corona-Zeiten keinen Ausverkauf geben. Die EU-Staaten sollen Vorsorge tragen, vor allem für Unternehmen in Schlüsselsektoren wie Gesundheit, Forschung, Technologie und Infrastruktur. Um die Prüfung ausländischer Direktinvestitionen zu erleichtern, hat die EU-Kommission jetzt Leitlinien vorgelegt. Sie finden Sie hier.

 

  1. Der „Hammer und der Tanz“

Ein besonders bemerkenswerter Text kursiert im Moment im Internet. Geschrieben hat ihn Tomas Pueyo auf der online-Plattform „Medium“: „Der Hammer und der Tanz“. Mit dem Hammer ist ein konsequenter Lockdown über Wochen, vielleicht Monate gemeint. Dem folgt dann der Tanz, also die Vorbereitung auf den weiteren Umgang mit dem Virus, ohne dabei die Wirtschaft mehr als unbedingt nötig einzuschränken.