WMP Corona Newsletter | 31. März 2020

Wir möchten Sie auch heute wieder über die Entwicklungen in der Corona-Krise mit Informationen auf dem Laufenden halten, die nützlich und für Sie vielleicht nicht immer offen zugänglich sind. Dazu nutzen wir unsere Netzwerke in Politik, Wirtschaft und Medien. Die folgenden Informationen stammen entweder direkt aus staatlichen Quellen des Bundes oder der Länder, supranationalen Institutionen (z.B. EU-KOM, ESM, EZB o.ä.) oder von seriösen Thinktanks der politischen Beratung sowie auch von direkten persönlichen Kontakten im politischen, wissenschaftlichen und medialen Netzwerk der WMP.

 

  1. Software hilft bei Wartezeiten an Europas Binnengrenzen

Das deutsche Softwareunternehmen Sixfold aus Ulm bietet gratis eine Online-Karte mit Live-Daten zu Wartezeiten an den EU/EWG-Binnengrenzen an. Transportunternehmen und LKW-Fahrer können mithilfe der Karte in Echtzeit den Zeitaufwand entlang der Lieferketten während der Corona-Krise berechnen. An immer mehr europäischen Grenzen kommt es aufgrund der als Schutzmaßnahme beschlossenen Schließungen zu teils stundenlangen Verzögerungen für den Warenverkehr. Sixfold bietet seine Tracking-Software zur Effizienzsteigerung und Transparenz in der Transport- und Logistikbranche an. Das Unternehmen nutzt für die Karte anonymisierte Telematikdaten seiner Kunden.

 

  1. Corona drückt die Preise

Commerzbank Economic Briefing: Neben den aktuellen Zahlen vom Arbeitsmarkt sind auch die Werte für die Inflationsrate im Euroraum von 1,2% im Februar auf 0,7% im März gesunken. Grund war der Preissturz bei Rohöl. Auch die Kernteuerungsrate fiel um 0,2 Prozentpunkte auf 1,0%. Sollte sich der Rückgang der Rohölpreise als nachhaltig erweisen und die Corona-Rezession über den Sommer hinaus anhalten, könnte die Kernteuerungsrate im weiteren Jahresverlauf wieder deutlich unter 1% fallen, prognostizieren die Analysten der Commerzbank. Auch ein Minuszeichen vor der Inflationsrate sei nicht mehr ausgeschlossen. Das komplette Economic Briefing finden Sie hier.

 

  1. Corona-Masken bald überall? 

Das sich im „Notbetrieb“ befindende Österreich macht es vor. Bundeskanzler Kurz kündigte die Tragepflicht von Schutzmasken in dortigen Supermärkten an. Vermutlich werde man die Maßnahme bald auf weitere Kontaktsituationen ausweiten. Die thüringische Stadt Jena macht es nach. Sie startet die Kampagne „Jena zeigt Maske“. In einer Woche soll das Tragen in Verkaufsstellen, dem öffentlichen Nahverkehr und Gebäuden mit Publikumsverkehr verpflichtend werden. Neben Masken seien auch Tücher oder Schals als Schutz möglich, wenn sie Nase und Mund bedecken. Die Vorbilder könnten Schule machen.

 

  1. Deutsche Forscher melden Durchbruch

Den beiden Forschern der Universität Lübeck Linlin Zhang und Rolf Hilgenfeld ist es gelungen, ein entscheidendes Enzym zur Vermehrung des Coronavirus zu entschlüsseln. Des Weiteren konnten die Forscher einen inhalierbaren Hemmstoff gegen die neu entschlüsselte Hauptprotease (Mpro) des Virus entwickeln. Mpro ist für die Vermehrung der Viruszellen zuständig, da ohne sie das Erbgut (RNA) nicht von der Wirtszelle kopiert werden kann. In ersten Versuchen mit Mäusen sowie in Zellkulturen wurde ein Hemmstoff bereits effektiv getestet. Um daraus im nächsten Schritt ein Medikament zu entwickeln, braucht es jetzt ein investitionswilliges Pharmaunternehmen. Den englischsprachigen Forschungsartikel finden Sie hier.

 

  1. Wörterbuch: Deutsch-Corona / Corona-Deutsch

Fast jeden Tag wird mittlerweile eine neue Verordnung bzw. eine Aktualisierung der rechtlichen Sachlage, wie mit Corona umzugehen ist, veröffentlicht. Um sich im juristischen Klein-Klein nicht zu verlieren bietet die Mainzer Rechtsanwaltskanzlei TIC Rechtsanwälte Partnerschaft Schmidt mbB ein Corona-Lexikon an. Das Lex Corona informiert detailliert über Rechtsakte auf Bundes-, Landes- und Kommunalebene, veröffentlicht relevante Gerichtsentscheidungen und juristische Fachpapiere sowie Dokumente der Datenschutzaufsichtsbehörden.

 

  1. Corona beschleunigt Digitalisierung, hemmt Globalisierung

Die Unternehmensberatung McKinsey rechnet nach der Corona-Krise mit einer stärkeren Regionalisierung und Digitalisierung der Wirtschaft. Laut dem McKinsey Deutschland Partner Knut Alicke werden sich Unternehmen durch eine Verkürzung der globalen Lieferketten sowie durch den Aufbau lokaler Strukturen versuchen, gegen Ausfälle abzusichern. Besonders in der Automobilindustrie zeige der Trend in Richtung der lokal organisierten Produktion. Auch in der Pharmaindustrie haben Lieferengpässe in Europa die Notwendigkeit einer verstärkten Vor- Ort-Lagerung und Produktion gezeigt. Der Online-Handel werde durch die momentane Lage noch stärker profitieren.

 

  1. Ostern in der Corona-Krise

Viele Menschen in Deutschland beschäftigt zurzeit die Frage, ob das Osterfest mit der Familie gefeiert werden kann. Zwar gibt es von Seiten der Bundesregierung noch kein offizielles Statement, doch haben erste Ministerpräsidenten bereits zu Vorsicht und Zurückhaltung bei der Planung von Familienzusammenkünften gemahnt. Ein hohes Reiseaufkommen sei zu vermeiden. So rät die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig davon ab, dieses Jahr an Ostern die Verwandten zu besuchen. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet betont, dass ein gemeinsames Osterfest nur möglich sei, sofern die Familie in derselben Wohnung lebe. Die Frage nach einem bundesweit einheitlichen Kurs soll auch in der Telefonschalte der Regierungschefs der Länder mit Bundeskanzlerin Merkel besprochen werden. Bis auf weiteres dürfen nur Menschen, die in einem Haushalt leben, sich in Gruppen von mehr als zwei Personen aufhalten. Ohne überraschende Sonderregelung fällt das Osterfest im Kreise der Familie für viele Menschen dieses Jahr wohl aus.